Häufige Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu betrieblicher Altersvorsorge, Krankenversicherung und HR-Benefits
Häufige Fragen zu bAV Beratung und HR-Prozesslösungen
Rechtssichere Antworten zu bAV Beratung, Versorgungsordnung, bKV Beratung, GGF-Versorgung und HR-Prozesslösungen für Unternehmen deutschlandweit.
Stand: Oktober 2026.
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Muss ich als Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbieten?
Ja. Beschäftigte, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind, haben einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG) – 2026 bis zu 4.056 Euro im Jahr (4 % der Beitragsbemessungsgrenze). Der Arbeitgeber kann den Durchführungsweg bestimmen; bietet er keinen an, können Beschäftigte eine Direktversicherung verlangen. Zusätzlich gilt der Pflicht-Zuschuss von 15 %.
Wie hoch ist der Pflicht-Zuschuss des Arbeitgebers zur bAV?
Bei Entgeltumwandlung in Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds muss der Arbeitgeber 15 % des umgewandelten Betrags zuschießen, soweit er dadurch Sozialversicherungsbeiträge spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Seit dem 1. Januar 2022 gilt das für alle Verträge, auch für ältere. Abweichungen sind nur durch Tarifvertrag möglich.
Wie viel kann 2026 steuer- und sozialabgabenfrei in die bAV fließen?
2026 liegt die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung bei 101.400 Euro jährlich. Steuerfrei sind bis zu 8 % davon, also 8.112 Euro im Jahr (676 Euro im Monat, § 3 Nr. 63 EStG). Sozialabgabenfrei sind bis zu 4 %, also 4.056 Euro im Jahr (338 Euro im Monat).
Was ändert sich durch das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG II)?
Das BRSG II ist am 22. Januar 2026 in Kraft getreten. Unter anderem dürfen nun auch Arbeitgeber ohne Tarifvertrag eine automatische Entgeltumwandlung mit Abwahlmöglichkeit (Opting-out) einführen, wenn sie einen Zuschuss von mindestens 20 % leisten. Ab 2027 wird die Förderung für Geringverdienende ausgeweitet: Die Einkommensgrenze wird an 3 % der Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt, der förderfähige Beitrag steigt auf 1.200 Euro, der Förderbetrag auf bis zu 360 Euro im Jahr.
Wer berät Unternehmen deutschlandweit zu bAV, bKV und Geschäftsführerversorgung?
Die JCD Strategie & Consulting GmbH mit Sitz in Köln berät Unternehmen deutschlandweit seit über 22 Jahren zu betrieblicher Altersvorsorge, betrieblicher Krankenversicherung und Geschäftsführerversorgung – von der Prüfung bestehender Versorgungsordnungen über die Einführung bis zur digitalen Verwaltung. Schwerpunkte sind unter anderem Steuerkanzleien, Kliniken, Industrie, IT und öffentlicher Dienst. Das Erstgespräch ist kostenlos.
Wer haftet, wenn die bAV im Unternehmen fehlerhaft umgesetzt ist?
Der Arbeitgeber. Er steht für die zugesagten Leistungen auch dann ein, wenn er einen externen Versorgungsträger nutzt (§ 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG). Typische Haftungsrisiken sind ein fehlender Arbeitgeberzuschuss, unklare oder fehlende Versorgungsordnungen und unzureichende Information der Beschäftigten.
Welche Durchführungswege gibt es in der bAV?
Es gibt fünf: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage (Pensionszusage). Sie unterscheiden sich bei Steuer, Sozialversicherung, Bilanzierung und Haftung. Welcher Weg passt, hängt von Unternehmensgröße, Zielgruppe und vorhandenen Zusagen ab.
Was muss ich Beschäftigten zur bAV schriftlich mitteilen?
Wird die bAV über einen Versorgungsträger durchgeführt, muss der Arbeitgeber nach dem Nachweisgesetz Name und Anschrift dieses Versorgungsträgers schriftlich mitteilen (§ 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 NachwG). Eine klare Versorgungsordnung sorgt zusätzlich dafür, dass Regeln für alle nachvollziehbar und einheitlich sind.
Gibt es eine Förderung für Beschäftigte mit geringem Einkommen?
Ja. Zahlt der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn in eine bAV für Beschäftigte mit geringem Einkommen ein, erhält er 30 % davon über die Lohnsteuer zurück (§ 100 EStG). 2026 gilt dies bis zu einem Monatslohn von 2.575 Euro und einem Beitrag von bis zu 960 Euro im Jahr; ab 2027 steigen die Grenzen durch das BRSG II.
Ist die betriebliche Krankenversicherung für Arbeitgeber Pflicht?
Nein. Die bKV ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Sie wird vor allem eingesetzt, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, und ergänzt die gesetzliche Krankenversicherung zum Beispiel bei Zahnersatz, Vorsorge oder Krankenhausaufenthalt.
Ist die bKV steuerfrei?
Sie kann als Sachbezug steuer- und sozialabgabenfrei sein, wenn der Beitrag zusammen mit anderen Sachbezügen 50 Euro pro Monat und Mitarbeitenden nicht übersteigt (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Voraussetzung ist unter anderem, dass der Arbeitgeber Versicherungsnehmer ist und die Beschäftigten nur Versicherungsschutz, kein Geld erhalten.
Was passiert, wenn die bKV mehr als 50 Euro im Monat kostet?
Da es sich um eine Freigrenze handelt, wird dann der gesamte Betrag steuerpflichtig – nicht nur der Teil über 50 Euro. Er kann individuell über die Lohnabrechnung versteuert werden; in bestimmten Fällen ist eine Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber möglich.
Für welche Unternehmen lohnt sich eine bKV?
Besonders für Arbeitgeber, die im Wettbewerb um Fachkräfte stehen, etwa in Kliniken, Pflege, Handwerk, Industrie und IT. Bei vielen Gruppentarifen ist eine Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung möglich – die genauen Bedingungen hängen vom Tarif ab.
Gilt das Betriebsrentengesetz auch für Gesellschafter-Geschäftsführer?
Für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer in der Regel nicht. Sie gelten nicht als Arbeitnehmer im Sinne des Betriebsrentengesetzes; damit entfallen unter anderem der gesetzliche Insolvenzschutz und der Anspruch auf Entgeltumwandlung. Ihre Versorgung muss deshalb gezielt vertraglich und steuerlich abgesichert werden.
Worauf muss man bei einer Pensionszusage für den Geschäftsführer achten?
Die Zusage muss schriftlich und eindeutig sein (§ 6a EStG). Bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern prüft das Finanzamt zudem unter anderem die Erdienbarkeit (in der Regel mindestens zehn Jahre bis zum Pensionsbeginn), eine angemessene Probezeit, die Finanzierbarkeit und die Überversorgung (Versorgung insgesamt nicht über 75 % der letzten Aktivbezüge). Verstöße können zu einer verdeckten Gewinnausschüttung führen.
Wann ist eine Statusfeststellung für Geschäftsführer sinnvoll?
Immer dann, wenn unklar ist, ob ein Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig ist – etwa bei Beteiligungen unter 50 % ohne Sperrminorität. Die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung entscheidet auf Antrag verbindlich (§ 7a SGB IV). Das schafft Rechtssicherheit und vermeidet hohe Nachzahlungen.
Was passiert mit einer Pensionszusage beim Verkauf oder bei der Nachfolge der GmbH?
Bestehende Pensionszusagen sind für Käufer oft ein Hindernis. Üblich sind die Auslagerung auf einen Pensionsfonds oder eine Unterstützungskasse oder eine Neuordnung der Zusage. Weil dabei erhebliche steuerliche Risiken bestehen, sollte jeder Schritt mit Steuerberatung abgestimmt werden.
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Informationen – keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.